Irrwege der Justiz

Nach dem Lesen eines Artikels in einem österreichischen Printmedium, steigt eine derartige Wut in mir auf. Darin wird beschrieben, wie eine Kindergartenpädagogin vom OGH (Oberster Gerichtshof) allen ernstes dafür verurteilt wurde, dass sie mit den Kindern im Bewegungsraum turnte und ein Kind sich dabei am Arm verletzte. Es sei ein Bruch des Ellenbogens. Angeblich hätte sie ihre Aufsichtspflicht verletzt, da sie nicht neben dem Kind gestanden wäre.

Ja schön und gut, so ein Bruch kann schmerzhaft oder ärgerlich sein, aber das war es dann auch schon, oder? Was haben denn unsere Eltern damals gemacht? Klar, der Filzstift wurde ausgepackt, der Gips verschönert und die Tränen getrocknet. Zusätzlich hatten noch alle Freunde und Freundinnen die Möglichkeit, sich am Gips zu verewigen. Könnt Ihr euch nicht auch noch an Eure Gipskunstwerke erinnern?

Und heute? Einerseits beklagen sich die Eltern, dass ihre Kinder in der Schule immer schlechter werden. Andererseits darf die beste Vorbereitung – sprich „Bewegung“ – auf eine gelungene Schulzeit nicht mehr gelebt werden. Schon Dr. Gerald Hüther sagte: „Die beste Vorbereitung für Mathe ist nicht Mathe zu üben, sondern auf Bäume zu klettern.“ Lernerfolg hängt im großen Maß von einer guten Bewegungsentwicklung ab.

© Mag. Jaritz Anja

Lieber Vater des im Artikel erwähnten Kindes! Beschwere dich dann nicht, wenn der gewünschte Schulerfolg deines Kindes ausbleibt. Denn wahrscheinlich hat dein Kind grobe Defizite in seiner Bewegungsentwicklung!

Liebe Grüße,

Eure Anja